2006 - Was tun mit verrohrten Gewässern?! 

Die Edmund Siemers-Stiftung hat 2006 eine Schriftenreihe begonnen, in der in lockerer Folge grundlegende Arbeiten zum Fliessgewässerschutz veröffentlicht werden. Sie startete mit einer Arbeit, die sich mit der Zukunft verrohrter Fließgewässer auseinandersetzt. Das Besondere hieran: Die 3 Alternativ-Szenarien Wiederverrohrung, Öffnen in Grabenform und Anlegen eines unterhaltungsminimierten naturnahen Bachs werden nicht nur gewässerökologisch, sondern auch agrarökonomisch gegeneinander abgewogen.

Das Inhaltsverzeichnis befindet sich unter Downloads, "3 Praxistipps" als pdf-Datei zum Herunterladen.

Was macht man mit verrohrten Bächen, wenn die Lebensdauer der Rohre abläuft?!

Dies ist die "simple" Frage, mit der sich Inga Krämer unter dem Titel "Verrohrte Fließgewässer bei der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie – mögliche Lösungen und deren ökonomische Auswirkungen im Peeneeinzugsgebiet" an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald auseinander gesetzt hat.

Ihre Arbeit ist wegen der besonderen Bedeutung dieser Thematik von der Edmund Siemers-Stiftung als erster Band einer neuen Schriftenreihe veröffentlicht worden, über das Internet hier zu finden.

Wer die Möglichkeit hat, eine Buchbesprechung in einem Fach- oder Verbandsjournal oder für die Presse zu schreiben, erhält ein kostenloses Rezensionsexemplar hier.

Auszug aus dem Vorwort, ergänzt um Bilder der Arbeit :

"Ganze Landstriche wurden über Jahrzehnte im Rahmen der „Landgewinnung“ durch Verrohren ihrer Fließgewässer erheblich verändert. Bis zu 20 % der Fließgewässer sind mancherorts auf diese Weise verschwunden.

Beim Lesen wird deutlich, welches Ausmaß an Landschaftsverlust die bisherige Praxis bedeutet. Plötzlich erkennt man „im Vorbeifahren“ an den bisher nicht interpretierbaren Wartungsschächten, dass man nahezu überall von „Gewässern im Untergrund“ begleitet wird oder diese überquert.

Inzwischen erreichen die Rohrleitungen zunehmend das Ende ihrer Lebensdauer – es steht die Entscheidung an, wie die Zukunft aussehen kann. Stückweise Teilreparatur ist keine Lösung.

Die Untersuchung belegt am Beispiel der Alternativszenarien Neuverrohrung,

Offenlegen des Fließgewässers in Grabenform und

Anlegen eines naturnahen Fließgewässers mit begleitender standorttypischer Auenvegetation, welche Optionen einschließlich der ökonomischen Konsequenzen bestehen.

Die klaren Ergebnisse dieser Arbeit beeindrucken. Die ökologisch nicht akzeptable Neuverrohrung ist auch unter ökonomischen Gesichtspunkten die ungünstigste Variante. Das Anlegen von grabenartigen Fließgewässern ist zwar die kostengünstigste Möglichkeit, angesichts der Gesamtkostengrößenordnung ist die Differenz zum naturnah angelegten Bach mit Aue allerdings gering. Zudem können mit der Bach-Variante die Forderungen der Wasserrahmenrichtlinie erfüllt werden.

Solche Gräben in der Landschaft erfüllen nahezu nur Abflussfunktionen und haben hohe Unterhaltungskosten zur Folge.

Die an einem Gewässereinzugsgebiet Nordostdeutschlands gewonnenen Erkenntnisse sind auf andere Gewässer und Regionen übertragbar. Sie können von Verantwortlichen in Fachverwaltungen, Ländern und Kommunen für anstehende Investitions- und Betriebsentscheidungen nutzbringend verwendet werden.

Die Edmund Siemers-Stiftung freut sich, diese inzwischen mehrfach durch Preise gewürdigte, praxisorientierte Arbeit zu veröffentlichen und wünscht den Gewässerlebensräumen eine zügige und flächendeckende Umsetzung der entwickelten Vorschläge."

Der standorttypische, naturnahe Bach ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch eine interessante Option.

Warten auf den naturnahen Bach . . .

Mehr Waldwissen ist für uns alle gut.

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